Verein SudanFace
Verein SudanFace

Informationen über den Südsudan

Der Südsudan

Der Südsudan war bis zum 9. Juli 2011 ein Teil des Sudans. Als eigener Staat hat er ca. ein Drittel der Gesamtfläche des ehemaligen Sudans. In der Region von Akoc und Umgebung leben ungefähr 300.000 Menschen, der gesamte Südsudan hat ca. 9. Mio. Einwohner. Diese Region ist durch den langen Bürgerkrieg, in dem überwiegend christliche Schwarzafrikaner oder Anhänger eigener Religionen leben schwer betroffen.

In den vergangenen fünf Jahrzehnten sind viele unschuldige Menschen dem Völkermord, Massenmord, Bürgerkrieg, künstlicher Hungersnöte, Vertreibung und anderen schweren Menschenrechtsverletzungen zum Opfer gefallen. Zwei Generationen der Dinka, Nuer, Schulluk, Bari, Zande und andere Völker im Südsudan haben Frieden so gut wie niemals kennen gelernt. Die Infrastruktur ist nahezu vollständig zerstört. Schulen, Krankenhäuser, Flüchtlingslager und Kirchen im Südsudan waren strategische Ziele der Sudanesischen Luftwaffe. Leidtragende sind vor allem, die nicht an den Kämpfen beteiligten Dorfbewohner des Südsudans.

Armut in den Dörfern des Südsudans

Der Südsudan zählt zu den ärmsten Gebieten der Erde. 22 Jahre Bürgerkrieg haben die Bevölkerung schwer getroffen. Viele Familien wurden aus ihren Dörfern vertrieben und leben jetzt als Flüchtlinge in entlegenen Regionen. Schulen, Krankenhäuser, Flüchtlingslager und Kirchen im Südsudan waren strategische Ziele der sudanesischen Luftwaffe. Leidtragende sind vor allem die nicht an den Kämpfen beteiligten Dorfbewohner des Südsudans.

Immer wiederkehrende Dürreperioden verschärfen ihre Not. Die Kinder leiden besonders unter der mangelnden Versorgung. Viele Waisenkinder und Frauen müssen sich alleine durchschlagen, weil die Männer der Familien im Bürgerkrieg starben.

Die Schule in Akoc

Die Akoc Grundschule wurde 1937 gegründet. Die Schule wurde während des Bürgerkrieges völlig zerstört und notdürftig wiederaufgebaut. Die Schule besteht aus 8 Klassen, (1. bis 6. Klasse), es findet der Unterricht im Freien statt. Der Unterricht der 7. und 8. Klasse findet in den Klassenräumen statt. Schulbänke und Stühle sowie Schulmaterial waren nicht vorhanden.

Schulbildung im Südsudan

Nur jedes fünfte Kind im Südsudan hat je eine Schule besucht und die wenigsten von ihnen haben ein Schulgebäude von innen gesehen. Die Frage nach einer allgemeinen Schulpflicht stellt sich erst gar nicht, weil das 38 Jahre lang vom Bürgerkrieg gebeutelte Land ohnehin fast keine schulische Infrastruktur besitzt. Am schlimmsten sieht es auf dem Land aus. Dorfkinder müssen oft bis zu zwei Stunden zu Fuß laufen, um in die Schule zu kommen.

Unser Verein fand eine Unterstützung von Regisseur Stefan Eberlein, der für ZDF und ARTE in der fünfteiligen Dokumentation "Einsatz im Krisengebiet" über die Arbeit der UNHCR im Südsudan berichtet hat. Stefan berichtete, dass im Südsudan keine Straßen, kein Autos, keine Krankenhäuser und oft kein sauberes Wasser vorhanden ist. Die Idee, in den Dörfern anzufangen halte er für extrem wichtig "damit die Flüchtlinge auch die Motivation haben, zurückzukehren". Vor allem aber auch zu bleiben. Denn ein großes Problem ist die Landflucht. Der Verein fand auch eine Unterstützung von Ulrich Delius von der Gesellschaft für bedrohte Völker. Wenn jetzt nichts getan wird, wird das Land eine schwere Hypothek tragen müssen. Die Leute müssen sehen, dass sich der Frieden lohnt, sonst können neue Konflikte aufleben. Dafür sei dringend Hilfe von außen nötig, möglichst schnell und unbürokratisch. Zwar sind Gelder von internationalen Institutionen fest zugesagt worden, aber die fließen nicht in die Projekte ein. "Deshalb sind private Initiativen wie "Sudan Face e.V." so wichtig, denn sie sind unabhängig von öffentlichen Geldern".

Wie müsste eine gelungene Bildungsreform aussehen?

Neben der Grundproblematik des dezentralisierten Bildungsplans fehlt es vor allem an Schulen in den ländlichen Gebieten. Nur 20 Prozent der Menschen im Sudan leben in der Stadt und haben dort Bildungsmöglichkeiten. Doch der Hauptteil der Bevölkerung lebt auf dem Land und hat dadurch einen erschwerten Zugang zur Bildung. Die Menschen auf dem Land gehen leer aus, obwohl sie die Mehrheit der Bevölkerung bilden und somit auch den Großteil der Steuern zahlen. Eine gelungene Reform würde Bildung auf dem Land fördern, anstatt sich nur auf die Städte zu konzentrieren. Aus diesem Grund setzt sich der Verein ganz besonders für die Belange der Landbevölkerung ein. Nicht nur Schulen sondern auch Ausbildungsbetriebe müssen unterstützt werden. Es gibt bereits sehr sinnvolle Projekte in ländlichen Gebieten, in denen die Menschen beispielsweise lernen, ihre Kleider selbst zu nähen und damit zu handeln.

Welchen Stellenwert hat Bildung innerhalb der Familie im Sudan?

Der Familienzusammenhalt in afrikanischen Familien ist sehr stark. Familien, die sich Bildung leisten können, gelten als privilegiert und geben diese an ihre Familienangehörige weiter. Diejenigen aber, die keinen Zugang zur Bildung haben, bleiben Analphabete. Die Familie ist im Südsudan das größte Gut und spielt eine wichtige soziale Rolle. Besonders privilegiert sind Familien, die ihre Kinder in die Obhut von Verwandten in der Stadt geben können. Dort haben die Kinder eine größere Chance auf Bildung.

Weitere Informationen finden Sie auch in Wikipedia, dem auch die Grafik entnommen wurde.